Wenn die Seele leidet…

Geschrieben von am 29. November 2017

Wenn die Seele Schaden nimmt, reißt es einen Menschen oft in einen tiefen Abgrund. Betroffene verspüren ein Gefühl der inneren Leere, der Nutz- und Hilflosigkeit. Sie kapseln sich mehr und mehr von der Außenwelt ab, verlieren unter Umständen jedes Zeitgefühl. Außenstehende reagieren dann oft unbewusst falsch. Sätze wie „Kopf hoch! Das wird schon wieder!“, die aufmunternd wirken sollen, verfehlen ihr Ziel. Denn Menschen in dieser Situation haben nicht einfach „einen schlechten Tag“ – meist leiden sie an einer handfesten Depression.

Die Symptome sind so vielfältig wie die Ursachen: Probleme am Arbeitsplatz oder in der Partnerschaft, erhöhter Leistungsdruck. Bemerkbar machen sich Depressionen unter anderem durch Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, geringer oder übersteigerter Appetit. Viele Betroffene äußern Schuldgefühle, denken über den Tod nach und äußern nicht selten reale Selbstmordgedanken.

Doch unsere Gesellschaft ist knallhart: Meist werden Depressionen als Einbildung abgetan und Betroffene hören dann Sprüche wie „Stell‘ Dich nicht so an! Druck haben wir alle!“. Dabei handelt es sich um eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, an deren Ende manche Menschen sogar in den Freitod gehen. Erschreckend: Experten gehen davon aus, dass die Hälfte aller schweren Fälle nicht behandelt werden.

Im Großherzogtum gibt es laut Gesundheitsministerin Mutsch etwa 26.000 Menschen Betroffene, weltweit leiden 372 Millionen Menschen  an einer kranken Seele – rund 4,4 Prozent der Weltbevölkerung. Hierzulande hat die Zahl der Fälle seit 2007 um 18 Prozent zugenommen. 24 Prozent aller Krankschreibungen hängen mit der Diagnose „Depression“ zusammen. Experten rechnen, dass bei etwa 70 Prozent aller Selbstmorde in Luxemburg eine Depression voranging.

Das soll sich in Luxemburg jetzt ändern. Mit einer Kampagne soll die Öffentlichkeit jetzt viel stärker auf die Krankheit aufmerksam gemacht werden. Gleichwohl nennt Ministerin Mutsch den Kampf gegen die Depression eine große gesundheitspolitische Herausforderung. Deshalb soll es nicht nur gezielte Aktionen im Rahmen des Suizidvorbeugungsplan geben. Die Gesellschaft soll auf breiter Basis über die Krankheit diskutieren, u.a. in Schulen, im Job – vor allem aber innerhalb der eigenen Familie.

Text: Redaktion
Bild: pixabay

Weitere Infos gibt’s unter www.prevention-depression.lu


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